Felix

..Schreib doch mal eine Geschichte über Felix!

So drängten Elke, Sylvia, Silvia und noch ein paar andere.
Eine Geschichte??? Welche denn??? – Die, wie ich Felix das erste mal gesehen habe, damals vor jetzt 22 Jahren in Traxing?…. Das erste Fohlen, dessen Geburt ich fast live mitgekriegt habe. Naja, es war doch schon mindestens 10 Minuten alt, bis ich dazukam. Solange brauchte ich damals von zuhaus bis Traxing,. Scheck-Liese, mein Lieblingspferd, hatte einem schönen Fuchsscheckfohlen das Leben geschenkt. Bald danach hatte er einen namen. „Felix“ – der Glückliche. Ich fand, das paßte zu ihm. Später sollte er natürlich einen isländischen Namen bekommen. Sollte! Damals dachte ich natürlich nicht, dass er einmal mir gehören könnte. Ich hatte ja ein Pferd. Neisti, der war zwar schon 20 Jahre alt und ich spielte auch mit dem Gedanken, mir einmal einen Jährling zu kaufen um ihn dann selbst auszubilden. Deshalb fuhren wir, elke und ich, auch eines Tages zur Pony-Alm um uns die Fohlen dort anzuschauen. Ich fand auch eins, das mir gefiel, ein Rappscheckstütchen (Ich stand damals schon auf Schecken). Leider war die Mutterstute mitsamt dem Stutfohlen bereits verkauft. Die anderen Fohlen gefielen mir nicht. Es war auch kein Schecke mehr dabei. Wir sahen uns auch noch Glaesir an, den Vater von Felix, und bei der Heimfahrt fragte Elek plötzlich: “ Willst du den Felix nicht kaufen?“Ich war völlig perplex. „Ja willst Du ihn denn verkaufen?““Naja, dir schon.“ Sagte Elke, und diese Chance mußte ich natürlich nutzen. Deshalb gehört Felix jetzt seit 21 Jahren mir.Er hat übrigends einen isländischen Namen: Frodi – aber ich glaub, das weiß nicht mal er selber. – Oder die Geschichte, wie ich mit Felix den ersten Kurs bei Familie Samplawski machte? Die Kursleiterin war Vera Reber. Felix war gerade erst angeritten. Deshalb hatte ich noch ein zweites Pferd dabei, Eine Stunde am Tag fand ich, war genug für so ein junges Pferd.

Mir reichte die eine Stunde dann aber auch, denn ich fühlte mich oft genug wie auf einem Rodeopferd. Ich glaube, es existiert sogar noch ein Video von damals. Felix und ich kommen von einer Seite ins Bild gebuckelt und verschwunden buckelnd wieder. Wenn Felix was nicht gefällt, dann zeigt er es eben deutlich… Felix ist aber jetzt ein tolles Reitpferd. Seine Gänge sind weich, man sitzt auf ihm wie auf einem Sofa. Er ist ein bißchen passig veranlagt, aber wir wollen ja keine Gangturniere bestreiten. Wenn er mit mir auf einem passenden Weg töltet, dann ist das ein Gefühl wie Schweben. Vielen Reitanfängern hat Felix schon die Angst genommen, denn wenn ein Reiter ins Rutschen kommt, bleibt Felix sofort stehen. Beim Wanderreiten ist er unermüdlich, je langer der Ritt dauert, desto besser gefällt es ihm. Bahnreiten ist aber immer noch nicht seine Sache. – Eine Geschichte zum Charakterpferd Felix: Felix ist eine Seele von Pferd, solange alles nach seinem Kopf geht. Wenn aber nicht? Aber dann!! Felix zeigt ganz deutlich, dass er etwas besser weiß als sein Reiter. Wie aber überzeugt man ihn dann davon, dass doch der Reiter das Sagen hat. Auf Gewalt reagiert er mit Gegengewalt (hat er auch recht!). man muss eben immer ein bißchen eher wissen, was zu machen ist. Ich kenne ihn ja jetzt schon ziemlich lange und kann alle seine Regungen interpretieren. Christine Plenk-Holtkotte sagte mal bei einem Kurs: „Der Felix kennt dich genauso gut wie du ihn.“ (Von wegen auf den falschen Fuß setzen und so…) Autos und vor allem Fußgänger im Wald sind für ihn die schrecklichsten Sachen, die es gibt (Die gehören nämlich nicht in den Wald, sondern auf die Straße!. Im Verkehr ist Felix fast 100%-ig, da macht auch ein Sanka mit Blaulicht und Sirene nichts.

Bei Kindern ist Felix der gute Onkel. Da dürfen auch mal viere gleichzeitig an ihm rumputzen, man braucht nie zu fürchten, er könnte mal eins umstoßen oder so. Meine kleine Nichte Steffe, sie ist 5, reitet ihn gern. Einmal rief sie mich: „Gundi, schau, der Felix hat aber dreckige Zähne!“ und mit den Händen zog sie Felix‘ Lippen auseinander und zeigte es mir. Felix lies sich das ganz ruhig gefallen. Bei den größeren Kindern ist er wegen seiner Schnellstarts bekannt, und buckeln tut er im Galopp auch noch gern. – Das waren jetzt einige Geschichten von Felix, es gibt noch genügend andere. Felix das Voltigierpferd. Felix das Kutschpferd. Felix das Wanderreitpferd. Und, und, und…. Jetzt ist er bald 22 Jahre alt und ich hoffe, ich habe ihn noch lange gesund und munter. Ich brauche ihn auch noch als Lehrmeister für Fengur, den Youngster. Der soll mal die Nachfolge von Felix antreten. Auch er stammt (von der Mutterseite her) von Glaesir ab. Schon jetzt zeigt sich, dass er ein sehr unerschrockenes und nervenstarkes Pferd ist, so etwas ist mir sehr wichtig. Ich möchte mich auf mein Pferd verlassen können. Das mit Fengur, das werden andere Geschichten…

Gundi und Felix