Freude mit Islandpferden

Zirkuslektionen

Man sieht sie überall – im Zirkus, auf Messen, auf Turnieren als Pausenfüller.

Es werden Zeitungsartikel – nein, sogar ganze Bücher – über sie geschrieben.
Jeder, der sie sieht, ist völlig begeistert. Und beinahe jeder Pferdebesitzer hat sich schon einmal ausgemalt, wie es wäre, ein solches Pferd zu besitzen.

Showpferde sind populärer denn je. Und Shows werden bei weitem nicht nur von „Großen“ bestritten.Gerade Ponys mit ihrem knuddeligen Aussehen werden gern für Spaßnummern verwendet, die einen zum Lachen bringen. Martina Duschl hat sich vor einiger Zeit bei der „Schule für Schaupferde“ beworben und daraufhin mit ihren beiden Isländern Stigandi und Vinkona ein ganzes Jahr Praktikum bei Alfred Schauberger absolviert. Mittlerweile gibt sie auf der Wanderreitstation Schwarzpappel mehrmals im Jahr Wochenendkurse, bei denen man je nach Thema von der Bodenarbeit über die Arbeit mit der Langen Leine und Verladetraining bis hin zu Zirkuslektionen alles mit seinem eigenen Pferd erlernen kann. Bei diesen Kursen haben wir auch erfahren, dass das Erlernen von Shownummern keineswegs einfach ist und dass sich gerade bei Unterlegenheits-Übungen – wie zum Beispiel dem Kompliment, bei dem das Pferd ja vor dem Menschen in die Knie geht – manche Pferde extrem wehren können.Doch durch das Weitertrainieren haben alle Pferde bisher wunderbare Fortschritte gemacht und wir sind ganz begeistert von unseren kleinen „Zirkuspferden“! Ganz beliebt ist bei den Isis übrigens die Podestarbeit. Auf so ein Podest drauf zu steigen und über alle anderen hinwegzublicken… das fanden eigentlich alle ganz toll. Auch die Freiheitsdressur im Round Pen und die Arbeit mit der Langen Leine haben viel Anklang gefunden. Ich persönlich bin ganz begeistert von der Vorstellung, dass mein Stormur in absehbarer Zeit auf die kleinsten Hilfen die tollsten Sachen vollführt…

C. Duschl

 

Springen

Der ein oder andere von euch hat sicher schon mal davon geträumt, mit seinem allerliebsten Zotteltier so locker und leicht über Baumstämme, Stangensprünge oder auch Gräben zu fliegen, wie das Ursula Bruns in so manch einem ihrer Bücher zeigt oder wie das die Kids in den Immenhof-Filmen tun – doch nicht jeder springbegeisterte Isibesitzer hat die Möglichkeit oder auch die Courage, einen guten Springplatz mit isländersicheren Geländesprüngen zu nutzen. Wir, die Leute von der Wanderreitstation Schwarzpappel, haben unsere eigene kleine Geländebahn gebaut, als uns ein guter Freund seine nicht mehr gebrauchten alten Telefonmasten zum Bau der Hindernisse überlassen hat. Nachdem auch noch ein toller Baumstamm mit etwa 80 cm Durchmesser dazu kam, waren wir alle so begeistert, dass wir, und vor allem ich, uns sofort daran machten, diesem oder jenem unserer Ponys das Springreiten schmackhaft zu machen. Natürlich wurde mit Stangen-, bzw. Cavalettiarbeit angefangen, doch sehr schnell traute ich mich auch an die richtigen Sachen und Stormur mit seinem guten Galopp hatte nicht dir geringsten Schwierigkeiten, weshalb wir bald begeistert über alles drüberhüpften, was uns in den Weg kam. Nicht, dass wir nicht schon früher diverse Baumstämme im Wald oder praktische Tonnen/Fässer auf dem Reitplatz genutzt hätten, doch eine solche Bahn hat schon ihren eigenen ganz besonderen Reiz! Da unsere Isländer – und die werden nicht die große Ausnahme bilden – nicht allzu gut über einen Stangenoxer springen, sobald sie gemerkt haben, dass man da ja nur mal schnell anstoßen braucht, um die Beine nicht so hoch heben zu müssen, sind diese festen Naturhindernisse genau das richtige für entsprechendes Training. Neben uns „privaten“ Reitern bekamen auf Wunsch auch hin und wieder Reitschüler Unterricht in Sachen Springen und letztendlich kriegten wir, die wir am Reitkurs mit Caroline Kratzer teilnahmen, auch noch Training vom Profi, wo wir erst richtig merkten, wie sicher der Sitz eigentlich sein muss, damit man die Sprünge ohne weiteres bewältigen kann. Ich durfte, nachdem man an dem ein oder anderen Hindernis Fänge aufgebaut hatte, sogar freihändig drüber und das ist schon noch mal ein Erlebnis für sich – einsame Spitze! Und wer weiß, vielleicht kriegen wir ja bald noch ein paar mehr Hindernisse auf die Bahn, wo wir den Islandpferden ein bisschen Abwechslung zum „gängigen“ Alltag bieten können!

Claudia Duschl