TREC in Aigen-Schlägl

Warum reitet man einen TREC? Orientierungsreiten ist gedacht für Reiter, die gerne Zeit in der Natur mit dem Partner Pferd verbringen und auf der Suche nach Abwechslung zum täglichen Reitalltag sind. Beim TREC kann man die Gelegenheit nutzen in einem fremden Gelände zu reiten. Außerdem ist so ein Orientierungsritt nach Karte immer ein Abenteuer. Jede(r), der sich bei einem O-Ritt schon einmal ordentlich verritten hat, weiß was damit gemeint ist.

Der Reitclub Böhmerwald veranstaltete am 12. August 2017 einen Vorbereitungskurs für das Orientierungsreiten. Trainerin Susanne Trudenberger und Trainer Fritz Kriechbaumer gaben eine kurze Einführung und klärte auf, was diese seltsamen Abkürzungen POR, PTV und MA bedeuten. Dabei erfuhr man, dass TREC vor 30 Jahren in Frankreich mit dem Ziel entstanden ist, Wanderreitführer auszubilden. Daher kommt auch die Abkürzung TREC aus dem Französischen – Techniques de Randonnée Equestre de Compétition. Danach ging es ans Eingemachte. Auf den Außenreitplätzen übten alle fleißig mit ihren Pferden einige P.T.V. Trail-Hindernisse und die M.A. Gangprüfung. Nach der Mittagspause ging es im Kartenraum weiter. Danach waren die Teilnehmer fit im Kartenlesen sowie im Umgang mit dem Kompass und den Tempotabellen. Am Sonntag konnte man beim TREC – Bewerb das Erlernte umsetzen.

P.O.R. – Der Orientierungsritt in Idealzeit

Ein Kompass, eine Karte und eine Stoppuhr sind das Handwerkszeug für diesen Wettbewerbsteil. 10 Minuten vor dem Start liegt eine vorbereitete Landekarte im Kartenraum bereit. Dabei hat man die Möglichkeit, sich mit der Topographie der Reitstrecke vertraut zu machen. In den höheren Klassen muss man innerhalb 20min die eingezeichnete Strecke in eine eigene Karte übertragen.

Für die bessere Berechnung der Tempovorgaben teilt man die Strecke in Abschnitte von exakt einem Kilometer Länge ein. Als weiteres Hilfsmittel benutzen die Reiter Tabellen, aus denen zu ersehen ist, wie viel Zeit ihnen, je nach Tempovorgabe, für einen Kilometer zur Verfügung steht. Die Wettkampfergebnisse haben gezeigt, dass selbst erfahrene TREC- Reiter das Tempo ohne diese Kilometereinteilung weniger genau bestimmen können. Ein gutes Zeitgefühl allein reicht leider nicht aus.

Entlang der Stecke sind vom Veranstalter mehrere Kontrollpunkte eingerichtet, deren Position dem Reiter unbekannt sind. Diese Kontrollpunkte dienen dazu, vorgegebene Idealzeiten von einem Punkt zum anderen zu überprüfen.

Die gesundheitliche Verfassung des Pferdes kann bei einem Checkpoint von einem Tierarzt überprüft werden.

Bei jedem Kontrollpunkt erhält der Reiter Information welche Durchschnittsgeschwindigkeit er im nächsten Abschnitt einzuhalten hat.

Eine gute Fähigkeit im Kartenlesen ermöglicht dem Reiter sein Pferd zu schonen und sein Tempo zu kontrollieren, um möglichst genau die Idealzeit einzuhalten.

M.A. – Die langsam schnelle Gangprüfung

Dieser Prüfungsteil dient dazu, die Gangarten des Pferdes vorzustellen. Auf einem ca. 2 m breiten, markierten Gang, muss das Pferd 150 m zuerst einen im langsamen, versammelten Galopp zurücklegen und zurück soll es Schritt im schnellstmöglichen Tempo zeigen. Dabei darf die seitliche Markierung nicht übertreten werden. Bei einem Gangwechsel oder Übertretung der Markierung, gilt die Aufgabe als nicht erfüllt.

P.T.V. – Der anspruchsvolle Trail

Bei dieser Prüfung wird die Qualität der für den Wanderritt eingesetzten Pferde bewertet: Gehorsam, Leistungsbereitschaft, Durchlässigkeit, Balance, Trittsicherheit sowie die Exaktheit und die Hilfengebung des Reiters.
Der Parcours ist ca. 2,5 – 5 km lang und ist in einer festgesetzten Zeit zu absolvieren (ca. 12-14 km/h). Die Strecke enthält
Hindernisse, die im Laufe eines Wanderrittes angetroffen werden können, wie zum Beispiel ein Baumstamm, Brücke, Wasserfurt, Tor, Unbeweglichkeit, usw.

Auf www.orientierungsreiten.com findet man alle P.T.V. Hindernisse aufgelistet.

Die Wettbewerbsteile werden getrennt gewertet und es gab eine Gesamtwertung (Summe aller Punkte aus den3 Prüfungen).

Barbara Fischer

 

Bericht der Passauer neuen Presse